Rund um Ziegelhausen
(lifepr) Lorsch, 23.06.2008 - Am Sonntag, 29.
Juni, laden der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, der Naturpark
Neckartal-Odenwald und die OWK-Ortsgruppe Affolterbach zu einer gemeinsamen
Wanderung rund um Ziegelhausen ein. Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz
"Langer Kirschbaum" an der L 596 zwischen Wilhelmsfeld und
Ziegelhausen. Von dort führt der Weg hinab zur Abtei Neuburg.
1130 schenkte der fromme und begüterte Anshelm bei seinem Eintritt ins Kloster
Lorsch sein gesamtes Vermögen und seinen Besitz zu "Niwenburg", einem
Hügel zwischen Neckar und Mausbach, der Abtei und verband diese Schenkung mit
der Bitte, dort ein neues Benediktinerkloster gründen zu dürfen. Noch im
gleichen Jahr entsandte Abt Diemo Mönche nach Neuburg. Es wurde eine dem hl.
Apostel Bartholomäus geweihte Kapelle gebaut und einfache Klostergebäude
errichtet. Aber trotz großzügiger Unterstützung vonseiten des Mutterklosters
Lorsch, entwickelte sich das neue Kloster nicht so gut wie man es erhofft hatte.
Auf Veranlassung der Pfalzgrafen wurde das Kloster 1195 in eine benediktinische
Frauenabtei umgewandelt. Aber auch dieser Schritt führte zu keiner Blüte klösterlichen
Lebens. Als Lorsch 1232 dem Mainzer Erzbischof unterstellt wurde, verblieb
Neuburg bei der Diözese Worms. Unter dem Einfluss der Zisterzienserabtei Schönau
nahmen auch die Nonnen von Neuburg diese Lehre an. Dieser Übertritt führte zu
einem Aufschwung des Klosters, verbunden mit einer regen Bautätigkeit, von der
noch die Seitenkapelle und die Kirche in ihrer Grundform zeugen.
Mit Einführung der Reformation wurde das Kloster aufgehoben, und der Besitz
fiel in die Hände der Kurfürsten. Von 1672 bis 1681 diente die Abtei einem
evangelischen adeligen Fräulein- und Jungfernstift, in dem Damen der besseren
Gesellschaft zu "tugendhaften Frauenzimmern" erzogen wurden. 1706 übergab
der katholische Kurfürst Johann Wilhelm die ehemalige Abtei den Jesuiten. Unter
ihnen wurde sie renoviert und ausgebaut. Nach Auflösung des Jesuitenordens
wechselte das Stift mehrfach seinen Besitzer. Zeitweilig war es im Besitz der
Universität und Begegnungsstätte bedeutender Dichter, Philosophen, Musiker
sowie hoher geistlicher und weltlicher Würdenträger. Hier verkehrten u.a. Carl
Maria v. Weber, Freiherr v. Stein und Clemens Brentano. 1926 verkaufte Alexander
v. Bernus das Stift an die Benediktiner von Beuron. Dem damaligen Abt, Dr.
Raphael Walzer, war es ein großes Anliegen Stift Neuburg als
Benediktinerkloster auferstehen und nach einer über dreihundertjährigen
Unterbrechung das Mönchleben wieder neu beginnen zu lassen. Nach dem Zweiten
Weltkrieg war der neu gewählte Abt, Dr. Albert Ohlmeyer, bemüht, dem einzigen
heute noch bestehenden Tochterkloster von Lorsch wieder Glanz und Anerkennung zu
verleihen.
Treffpunkt zur Wanderung ist um 9:30 Uhr auf dem Parkplatz "Langer
Kirschbaum" an der L 596 zwischen Wilhelmsfeld und Ziegelhausen. Die Länge
der Wanderung beträgt 15,8 km, die Wanderzeit ca. 5 Stunden. Zur Mittagsrast
ist Rucksackverpflegung vorgesehen. Informationen zur Wanderung erhalten Sie bei
Rainer Türk, Tel./Fax 06207 / 3100
Ansprechpartner:
Frau Dr. Jutta Weber
Geopark Bergstraße-Odenwald
Telefon: +49 (6251) 70799-23
Fax: +49 (6251) 70799-25
Zuständigkeitsbereich: Geologie und Öffentlichkeitsarbeit
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